Fotos - Urlaube - Camper Radfahren und mehr
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Mit SeaBridge durch's Baltikum vom 17. Juni bis 14. Juli 2026 - Teil 1

17. Juni 2026, Radtour um Wahlstorf

Wir möchten diese schöne Landschaft näher kennenlernen und radeln die Straßen, die wir gestern mit dem Camper gekommen sind, entlang. Das Gut „Wahlstorf“ besichtigen wir etwas genauer, sehr gepflegt und schön gelegen. Allerdings ist das Kopfsteinpflaster so heftig, dass wir anschließend eine technische Pause einlegen müssen.

Es geht durch hübsche Dörfer, durch Wiesen und Wälder, leicht Berg auf und Berg ab an vielen Seen vorbei. In Preetz trinken wir einen Kaffee und dehnen anschließend die Tour noch etwas aus. Zurück am Campingplatz sind nun fast alle Teilnehmer angekommen. Um 17 Uhr ist das erste Treffen mit Besprechung und anschlleßendem Begrüßungsessen. Horst und Regina unsere Tourenleiter, haben geräucherte Lachsforellen besorgt, dazu gibt es Krautsalat, Brot und Wein. Es schmeckt hervorragend, wir haben uns unter einem großen Baum versammelt, wo uns der Regen nicht viel anhaben kann und es wird ein fröhlicher Abend. Gute Nacht!

18.Juni 2026, Fahrt zur Fähre nach Kiel

Bei Juliane und Ulrich haben wir uns die Gegensprechanlage vom Fahrradhelm angesehen, so etwas möchten wir auch haben. Deshalb fahren wir früh zum Decathlon nach Kiel, denn laut Internet soll es dort das „Interphon“ geben. Das riesige Einkaufszentrum ist etwas unübersichtlich, aber dann haben wir einen Parkplatz gefunden. Im Laden haben die Leute noch nie davon gehört, haben uns aber empfohlen, zum „Media Markt“ zu fahren. Es ist nicht weit, aber eine Sch… Fahrerei. In diesem Einkaufszentrum gibt es fast nur Parkhäuser, die wir nicht nutzen können. Aber es soll einen Parkplatz für Camper geben. 4 mal um die Ecken fahren, dann sehen wir eine Einfahrt mit dem Hinweis, bis 4,20 m Höhe. Es sind alle Plätze belegt, am Ende ist ein Tor, natürlich verschlossen, wir müssen wenden. Ein Camper kommt uns entgegen und schimpft gleich los, das ist ja wohl das letzte! Genau!! Zurück um ein paar Ecken, dann sehen wir den Camperstellplatz. Es gibt für etwa 10 Camper Plätze, einer ist für uns noch frei. Dann steht dort der Hinweis: dem grünen Weg zum Center folgen. Gefühlt endlos laufen wir an Lagerhallen und Verladerampen vorbei, dann sind wir endlich im „Media Markt“. Auch hier hat man noch nie etwas von so einem Gerät gehört. Wir haben die Nase voll vom Kieler Verkehrschaos und fahren nach Mönkeberg, laut unserer Nachbarin soll es dort so schön sein.

Der Parkplatz kostet uns 14 €, man kann über die Kieler Förde sehen, für uns nun kein Highlight. Es gibt eine Strandbar, Kaffee und Kuchen sind schweineteuer. Dann laufen wir den „Ölberg“ mit vielen Stufen hinauf. Oben ist der Blick etwas schöner. Durch den sehr stickigen Wald schlendern wir zurück und gehen am Strand in die andere Richtung, dort soll es ein Lokal geben. Heute geschlossene Gesellschaft, wer nicht dazu gehört, bekommt auch nichts. Also zurück zur Strandbar, dort essen wir zwei Fischbrötchen, schlecht und sündhaft teuer. Für das Abendessen holen wir uns im „Edeka“ Körnerbrötchen und leckeren Käse, deutlich preiswerter und besser! Im Fährhafen treffen wir bereits auf die meisten Camper, warten auf das Einchecken und denn noch ein Bier an der Bar, das war’s für heute.

19. Juni 2026, Fährfahrt nach Klaipeda

Die Nacht ist sehr ruhig, man kann herrlich schlafen. Zum Frühstück gibt es ein sehr umfangreiches Buffet und anschließend machen wir einen Rundgang über die Fähre. Das Wetter ist mild, die „Ostsee“ ist extrem glatt. So warten wir auf das Mittagessen gegen 16 Uhr. Um 20 Uhr soll die Fähre ablegen. Es sind nur 30 km bis zum Campingplatz und da fast Mittsommer ist und lange hell, wird anschließend noch die Begrüßungsrunde gemacht. Morgen sollten wir uns etwas beeilen, denn bis zum ersten Halt in Kaunas sind es 250 km und um 11:30 Uhr erwartet uns die Stadtführerin.

20. Juni 2026, Fahrt nach Kaunas und anschließend nach Trakai

Die Fahrt geht durch langweilige Landschaft, man ist direkt froh, als die Stadt in Sicht kommt. Da samstags in Kaunas Markt ist, parken wir etwas außerhalb an der „Memel“. Die Stadtführerin erzählt eine Menge über die Litauische Geschichte und die verschiedenen Besatzungen. Es ist eben eine bewegte Vergangenheit. Das Rathaus ist sehr schön, man glaubt erst, dass es eine Kirche sein muss.

Ein paar Kirchen gibt es natürlich auch und große Plätze.

Von der Burg ist eigentlich nur noch ein Turm vorhanden. Wir vermissen etwas eine „Altstadt“. In einem kleinen Lokal etwas abseits essen wir eine Kleinigkeit, dann geht es weiter zum Campingplatz nach Trakai. Da Mittsommer in diesen Gegenden sehr ausgiebig gefeiert wird, ist der Platz voll. Nachts gibt es sogar ein Feuerwerk. In den nächsten Tagen wird es wohl so weitergehen.

21. Juni 2026, Besichtigung von Vilnius

Um 9:15 Uhr holt uns der Bus vom Eingang ab und bringt uns nach Vilnius. Unser Guide ist bereits an Bord, ein Historiker, der die hiesige Geschichte sehr humorvoll verpackt erzählt. Dadurch wird die Busfahrt sehr kurzweilig. Es gibt eine „Hauptstraße“, durch die geführt man die meisten Sehenswürdigkeiten erlebt. Gefühlt hat Vilnius mehr Kirchen der verschiedensten Glaubensrichtungen als andere Gebäude. Ein orthodoxes Kloster mitten in der Altstadt ist so prunkvoll, dass es schon eindeutig zu viel ist. Im Hof davor gibt es ein paar Parkplätze, die Leute fahren mit dem Auto fast bis zum Altar.

In einer kleinen Seitengasse haben sich einige Künstler an den Hauswänden verewigt. Bunte Fliesen, Kacheln und Bilder in allen Varianten erzählen kleine Geschichten. Es wird so heiß, dass keiner mehr richtig Lust hat, noch weiter zu laufen. Deshalb wird die Führung beendet, wir haben noch 3 Stunden Zeit, bevor der Bus uns wieder zum Campingplatz fährt.

Wir speisen in einem kleinen schattigen Gartenlokal etwas, bitte nicht so viel! Am Abend regnet es dann, das bringt Abkühlung.

22. Juni 2026, Besichtigung von Trakai

Um 10 Uhr haben Regina und Horst ein Boot gechartert und laden alle ein zur Fahrt nach Trakai. Eine knappe Stunde braucht das Boot zur Burg. Dann haben wir Zeit bis 14:30 Uhr, um uns die Burg und den Ort anzusehen. Die Burg ist sehr umfangreich restauriert worden und es gibt viele verschiedene Ausstellungsthemen, von Waffen über Keramiken, natürlich Möbel und Kleidung, Pfeifen und Fotos aus alten Zeiten, und das ganze über mehrere Etagen.

Um 12 Uhr gegen wir über die 2 Brücken in den kleinen Ort, das typische hier sind die 3-Fenster-Häuser, ein Fenster für den Fürsten, ein Fenster für Gott und eines für die Familie. Nach einer Pizza schlendern wir zurück zum Anlegesteg und genießen die Rückfahrt über den See.

23. Juni 2026, Fahrt nach Aglona

Wir starten früh, es sich zwar nur 230 km, aber wir wollen noch tanken und einkaufen und einen Abstecher zum Skulpturen Park „Europas Parkas“ machen. Beim Einkaufen sind wir zu früh, die Kasse akzeptiert Bier erst nach 10 Uhr, es ist 5 Minuten vorher. An Vilnius vorbei läuft der Verkehr recht gut, die letzten 15 km zum Park sind etwas mühsam, aber landschaftlich schön. Im Park kann man herrlich spazieren gehen, man wird von Skulpturen immer mal abgelenkt, aber die Kunst ist nicht so wirklich unser Ding.

Im Café bekommen wir einen Käsekuchen und einen guten Kaffee, dann schlendern wir wieder zurück zum Camper. Von hier an führt die Strecke sehr lange durch eine Baustelle, die zwar fast fertig gestellt ist, aber hin und wieder einspurig mit Ampel zu befahren ist. Wir kommen gut durch, überqueren die Grenze nach „Lettland“ und es wird noch etwas einsamer. Wir fahren durch Wälder, an Wiesen und schönen Seen vorbei und die letzten 30 km haben wir eine schmale, kurvige Straße und stehen plötzlich vor der gigantischen Basilika, sagenhaft!

24. Juni 2026, Fahrt nach Tartu

Nach dem gestrigen Sonnenschein soll es heute deutlich abkühlen, für eine lange Autofahrt ist das nicht schlecht. Es geht über endlose gerade Straßen durch die Lettische Landschaft. Die Temperatur nimmt immer mehr ab, bei 13 Grad fängt es auch noch an zu regnen. Dann gibt es eine Baustelle, teilweise mit Schotterabschnitten, zum Glück nicht sehr lang. Wir machen unsere Müslipause und es geht anschließend durch Malta – hatten wir woanders vermutet – an einsamen Holzbauten vorbei. In Tartu angekommen wird erstmal getankt und eingekauft. Der Stellplatz ist sehr sparsam ausgestattet, das Restaurant hat heute geschlossen, schließlich ist Feiertag. Wir gehen in eine nahe gelegene Pizzeria und sind zufrieden. Anschließend heizen wir etwas den Camper auf und genießen den Abend.

25. Juni 2026, Fahrt nach Vaika

Morgens ist die Besichtigung von Tartu vorgesehen. Es ist die zweitgrößte Stadt Estlands, wir haben aber noch nie etwas davon gehört. Da der Weg zur Innenstadt mit anschließender Besichtigung 2,5 bis 3 Stunden dauern soll – eindeutig zu weit für uns – entscheiden wir uns für eine Radtour, und das ist auch gut so. Es geht auf guten Radwegen am Fluss entlang, wir sehen Hausboote und sehr moderne Bauwerke.

Die Stadt wirkt sehr jung, gepflegt und lebendig. Es gibt ganz viele, sehr schöne Parks, gepflegte alte Häuser neben modernen Bauten. Unsere Gruppe treffen wir auch bei der Stadtführung.

Zurück am Camper nutzen wir noch die Duschen, ver- und entsorgen uns und dann geht’s los. Zum nächsten Ziel sind es nur 100 km, deshalb genießen wir ganz langsam die interessante Strecke an dem riesigen „Peipussee“ zwischen Estland und Russland entlang. Die Dörfer am See sind sehenswert, kleine, gepflegte Häuser mit großen Gärten. Die Leute hier sind offensichtlich nicht arm.

In Alatskivi halten wir an einem kleinen Restaurant, daneben ein Laden, in dem es „alles“ zu kaufen gibt, teilweise Handarbeiten, teilweise richtiger Kitsch.

So hangeln wir uns bis zu unserem Platz in Vaikla durch. Wir stehen auf einer sehr schönen Wiese, am Waldrand tummeln sich die Mücken, heute Abend gibt es alles rund um den Lachs im Restaurant und anschließend noch ein gemütliches Beisammensein am Lagerfeuer.

26. Juni 2026, Fahrt nach Völu

Wir verlassen den „Mückentanzplatz“ und fahren wieder durch die estnischen Landschaften. Irgendwie kommt uns die Landschaft nicht so langweilig vor wie in Lettland. Richtung „Ostsee“ geht es nach Norden, an der Steilküste rauscht der Wasserfall von Valaste in die Tiefe. Man kann über viele Stufen hinab steigen bis zur Küste, sehr mühsam soll es sein und von der Küste soll man auch dort nichts sehen können. Also lassen wir das.

Wir fahren oben auf der Steilküste weiter und freuen uns, hin und wieder mal die Ostsee zu sehen. Das nächste Ziel ist Rakvere mit einer großen Burganlage. Da klettern wir mal durch die alten Gemäuer.

Im Burghof gibt es historische Bespaßung in Form von Fechtvorführungen und lauten Kommandos.

Es ist noch Zeit genug, so fahren wir auch noch das Schlösschen in Palmse mit dem Info-Center für den Nationalpark an. Dort wollen wir morgen eine schöne Radtour unternehmen. Bis zum Campingplatz in Völu ist es nicht mehr weit, Heute ist dringend Wäsche waschen angesagt.

27. Juni 2026, Radtour durch den Nationalpark

Der Campingplatz ist groß mit gepflegten Wiesen, die Waschmaschine hat ihren Dienst getan und um 10 Uhr starten wir zu einer ausgiebigen Radtour durch den „Lahemaa-Nationalpark“. Zuerst gibt es einen gepflegten Radweg neben der Straße. Dann biegen wir auf den Fernradweg durch den Wald ab. Hin und wieder hat man einen schönen Blick auf die „Ostsee“ und dann konzentrieren wir uns auf den Weg. Ein herrlicher Waldweg mit Blaubeersträuchern, jede Menge Flechten und Moose auf den Baumstämmen und Wegweisern, dass wir richtig sind. Es kommt uns manchmal nicht so vor, denn es geht auch über Wurzeln und durch Sandlöcher. Aber in der Erinnerung ist es einfach nur ein herrlicher Wald mit schönen Wegen.

Nach 35 km kommen wir in Altja an, ein alter Fischerort mit einem guten Gartenlokal. Dort sitzt die halbe Mannschaft von uns beim Essen. Wir gesellen uns dazu. Danach nehmen wir die asphaltierte Straße, denn Gehoppel hatten wir genug. In Völu angekommen radeln wir noch am Sandstrand entlang. Heute Abend findet die „Campertafel“ statt und zum Glück sind die Temperaturen auch etwas milder als an den letzten Abenden.

28. Juni 2026, Fahrt nach Tallinn 

Es sind nur 100 km und es gibt 3 Besichtigungsmöglichkeiten, wir fahren sie alle nacheinander an. Als erstes gibt es das größte Herrenhaus des Baltikums zu sehen, total heruntergekommen, wir vermuten, dass aus diesem Gemäuer auch nichts Vernünftiges werden wird.

Also weiter zum Hochmoor „Viru raba“. Ich laufe in Richtung Moor, wähle dann aber den Wanderweg weiß-rot-weiß, den wir schon aus dem Nationalpark kennen. Zwischen den vielen Bäumen stehen Blumen und viel Wollgras, was schön hell leuchtet. Ich gehe etwas näher an das Wollgras heran und schon habe ich nasse Füße. Also schlendere ich zurück.

Das letzte Ziel ist der „Jägala“-Wasserfall, der höchste Wasserfall Estlands. Der Besuch hat sich gelohnt, der Fluss ergießt sein braunes Wasser breit nach unten, über eine Holztreppe kann man bis zum unteren Fluss gelangen und die Felsen bewundern.

Um Tallinn herum fahren wir zum Campingplatz, großzügig angelegt. Dann kommt der Regen mit Gewitter, der heutige Geburtstag von Frederike wird kurzerhand auf morgen verschoben. Die Waschmaschinen laufen heiß. Wir hoffen für Morgen auf gutes Wetter.

 

29. Juni 2026, Besuch in Tallinn

Der Bus holt uns vom Campingplatz ab und fährt uns in einer knappen Stunde nach Tallinn. Unser heutiger Stadtführer ist wieder ein Professor, der sehr unterhaltsam über die Unterschiede der verschiedenen Bevölkerungsgruppen berichtet. Estland ist hauptsächlich protestantisch im Gegensatz zu Lettland und Litauen. Trotzdem gibt es in Tallinn auch orthodoxe und katholische Kirchen. Als erstes steuern wir die „Speicherstadt“ an, ein architektonisch sehr interessantes Viertel. Auf alten Fundamenten sind ganz moderne Aufbauten entstanden, mal mit viel Glas, mal aus Stahl, sehr sehenswert.

Weiter geht die Fahrt durch Wohnviertel, teilweise mit russischen Villen und vielen Holzhäusern. Nach einem kurzen Abstecher im Hafen wird die Altstadt angesteuert.

Wir beginnen in der Oberstadt mit den Aussichtsterrassen. Von hier aus hat man den Blick über die Unterstadt, die wir über Stufen erreichen.

Und dann tauchen wir in kleine verwinkelte Gassen ein, durchqueren Cafés und Restaurants und eine Gasse mit Handwerksläden. Die sprachlichen Erklärungen unseres Guides sind klasse, er erkennt Verbindungen zwischen Estnisch, Deutsch, Schweizerdeutsch, Finnisch usw. Hinterher bildet man sich ein, tatsächlich etwas lesen zu können.

Die 2 Stunden zur freien Verfügung nutzen wir für ein leckeres typisches Essen und gehen dann glücklich und zufrieden wieder zum Bus. Am Abend wird Riekes Geburtstag nachgefeiert und bei ausreichender Wärme wird es sehr fröhlich und spät.

Mit SeaBridge durch's Baltikum Teil 2

vom 17.06. bis 14.07.2026

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